Theologie

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Ein alter, frommer Jude, ein Zaddik, ein Gerechter, verliess eines Tages diese verrückte Welt und kam in jener, der wirklichen Welt, vor den Engel, der das Buch des Gedenkens, in welchem die Lebensgeschichte eines jeden verzeichnet ist, hütet und öffnet. Ein Blick ins Buch genügte und gleich standen zwei Engel bereit, den Zaddik ins Paradies zu führen. Aber der Zaddik steht still und will nicht weggehen. Denkt sich der Engel: Er hat recht. Zwei Engel sind zu wenig Ehre, und gleich war ein Engelschwarm bereit, den Zaddik ins Paradies zu führen. Aber der Zaddik geht nicht von der Stelle und sagt schlicht und einfach: Ich verdiene es nicht!

Es entsteht eine Aufregung! Ah! Ein wahrer Zaddik! Man will ihn ins Paradies führen, und er will nicht!

Als der Herr der Welt von der Sache hört, ruft er den Zaddik zu sich und will wissen, was los ist. Sagt der Zaddik: “Rebojne Schelolam! Du kennst doch die Wahrheit! Ich habe zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn. Ein Unglück hat mich getroffen: Meine Tochter ist gestrauchelt und hat vor der Hochzeit ein Kind geboren, und mein Sohn hat sich taufen lassen!”

Da tröstete ihn der Herr der Welt: “Mein Lieber, es hätte, Gott behüte, noch Ärgeres passieren können! Meine Tochter hat auch ein Kind, einen Sohn, vor der Hochzeit geboren, und als der gross war, hat er sich taufen lassen. Aber das ist noch nicht alles! Nachher hat man sogar behauptet, dass ich der Vater von dem Kind bin!”

Eine wunderbare Geschichte

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Eine wunderbare Geschichte ist, dass ich Grossvater geworden bin. Meine wunderbare Enkelin heisst Leonie Elice! Mit den Eltern freue ich mich über ihre Geburt. Und jetzt diese Geschichte, obwohl es noch lange geht, bis Leonie Elice in den Kindergarten geht:

Eine jüdische Mutter bringt ihre Tochter zum ersten Mal in den Kindergarten. Bevor sie sich verabschiedet sagt sie: „Mein Goldstück, mein Schätzlein, mein Jingale, du brauchst keine Angst zu haben. Die Leute hier sind nett, sie werden alle mit dir spielen und bald komme ich dich abholen, mein Kätzale, mein Ojzerel, mein Schatzale…“ usw.

Mittags kommt die Mutter wieder und fragt ihr Töchterchen: “Nu, mein Goldschatz, was hast du im Kindergarten gelernt?”

“Ich habe gelernt, dass ich Sarah heisse.”

Mütter und Väter

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Sie sind oft Thema in der Seelsorge. Viele gute Geschichten höre ich, aber auch ab und zu schlimme Geschichten, Geschichten von fiesen Vätern und bösen Müttern, von Schlägen und Liebesentzug.

Da lese ich letzthin diese Geschichte:

Zwei jüdische Psychoanalytiker unterhalten sich. “Mir ist neulich ein schrecklicher Versprecher unterlaufen”, gesteht der eine.

“Wir Psychoanalytiker sind auch nur Menschen…”, will ihn der andere beruhigen. “Aber hier lag der Fall anders!”, fährt der erste fort. »Ich war bei meiner Mutter zum Abendessen. Wie üblich hat sie den größten Teil der Unterhaltung bestritten. Als ich sagen wollte: ‚Mama, reich mir bitte das Salz’, kam ein ganz anderer Satz über meine Lippen.”

“Was denn?”

“Behalt dein Salz – und halt’s Maul, du altes Miststück, du hast mein Leben ruiniert!”

Beide lachen.

Dann fragt der Freund: „Gut, dass ich keine Mamme mehr hab. Aber wer bezahlt jetzt deine Therapie?“

Der Sohn lacht: “Meine Mamme, natürlich!”

Grosses Gedränge

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Das ärgert mich ein wenig, dass am Sonntag unser schöner Bahnhof ein proppenvoller Einkaufstempel ist. Wenn ich nach dem Schliessen der Bahnhofkirche zum Zug gehe, komme ich manchmal fast nicht vorwärts, so dass ich in der Gefahr stehe, den Zug zu verpassen. Dieses Mal war es ein grosse Gruppe junger Frauen, die mir den Weg versperrten. Dazu diese Geschichte:

Der Wiener Schriftsteller Saphir geht in einer engen Gasse hinter einer Gruppe schnatternder Damen her, die ihn nicht vorbeilassen. Schliesslich drückt er eine von ihnen beiseite, um vorbeizukommen.

Die Dame :”Unverschämter Kerl, was treibt er da?”

Saphir: “Gänse.”

Ohne Beweise läuft nichts!

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Natürlich kommen auch Schnorrer und gar Betrüger in die Bahnhofkirche und versuchen uns, Geld abzuluchsen. Dabei steht es uns Kirchenleuten gut an, nicht einfach alles zu glauben. Wir wollen nachprüfen und Bestätigungen erhalten. Warum? Weil wir aus Schaden klug geworden sind. Dazu diese Geschichte:

Ein Schnorrer geht von Haus zu Haus: “Mein ganzes Haus ist abgebrannt. Können Sie mir nicht mit einer Unterstützung helfen?” “Haben Sie ein Dokument, das belegt, dass das Haus abgebrannt ist, und das vom Rabbi unterzeichnet wurde?” “Oy. Das ist auch verbrannt!”

Dampf ablassen

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Das sollten wir alle können. Von Mark Twain gibt es diese wunderbare Geschichte dazu:

Mark Twains Flüche erregten den Widerwillen seiner Frau. Als er sich einmal beim Rasieren geschnitten und sein Repertoire heruntergegiftet hatte, wiederholte die Sanftmütige Wort für Wort. Mark Twain starrte sie an und schüttelte den Kopf: “Du hast die Worte, Liebste, aber es fehlt die Melodie.”