Zweifel

Tags

Der Mann, der bei mir ist, hegt massive Zweifel an der Ehrlichkeit der Banker und Manager. Er ist empört über alles, das jetzt da und dort in der Welt auffliegt. “Und alles haben die gemacht!” ruft er laut aus.

Ich erzähle ihm diese Geschichte: “Papa, was ist das: Ehrlichkeit?”

“Ich will es dir erklären: Wenn du zwanzig Rappen findest, dann lohnt es nicht, sie ins Fundbüro zu tragen, die kannst du behalten. Wenn du tausend Franken findest, dann trag sie ins Fundbüro. Man wird dich dann für ehrlich halten, und der Ruf der Ehrlichkeit – das ist ein Kapital. Wenn du aber ein ganzes Kapital auf der Strasse findest, dann brauchst du keinen Ruf der Ehrlichkeit mehr.”

Kleptomanie

Tags

“Können Sie das nicht für mich ins Geschäft zurückbringen? Ich habe es mitgehen lassen.” Das klagt die Frau. Dann outet sie sich als Kleptomanin. Sie ist in Behandlung. Aber manchmal geschieht es einfach. Und erst zu Hause merkt sie, was sie hat mitgehen lassen.

Und ich denke an diese alte jüdische Geschichte: “Treffen sich zwei Juden. Sagt der eine: “Stell dir vor, ich war gestern in einem Restaurant. Nu, was sag ich dir! Es war teuer, es war schlecht, die Portionen winzig. Aber was tut Gott? Als ich herauskomme, was find ich in meiner Tasche? Ein silbernes Besteck!”

Ich wünsche Ihnen ein begeisterndes Pfingstfest!

Devil’s Music

Tags

1977 hat Stevie Ray Vaughan zusammen mit seinem Bruder Jimmie Vaughan und Kim Wilson die Band gegründet: The Fabulous Thunderbirds. Die Besetzungen mögen im Laufe der Zeit geändert haben, aber immer gab es toughen Blues. Hier eine Aufnahme von 2011 mit Kim Wilson Gesang und Mundharmonika und Kid Ramos an der Gitarre: My Babe:

Gelassenheit

Tags

Völlig geladen kommt sie zu mir. In einem Geschäft, wo sie eingekauft hatte und in dem sie sich noch aufhielt, wurde etwas gestohlen. Der Diebstahl wurde sofort bemerkt. Alle Kunden wurden angehalten zu warten, bis die Polizei vor Ort war. “Dass man mich verdächtigt hat, das ist einfach zuviel!” Das ruft mir die Frau in meinem Gesprächszimmer zu. Und mit vielen Worten lässt sie ihren ganzen Frust heraus.

Wären wir doch alle nur wie der Zen-Meister Hakuin:

Der Zen-Meister Hakuin wurde von seinen Nachbarn als einer, der ein reines Leben führte, gepriesen. Ein schönes japanisches Mädchen, dessen Eltern ein Lebensmittelgeschäft besaßen, wohnte in seiner Nähe. Da entdeckten die Eltern plötzlich, daß sie schwanger war. Das machte die Eltern sehr böse.

Sie wollte nicht gestehen, wer der Mann war, aber nach langem Drängen nannte sie schließlich Hakuin. In großem Ärger gingen die Eltern zum Meister. “So?” war alles, was er zu sagen hatte. Nachdem das Kind geboren war, brachte man es zu Hakuin. Er hatte seinen guten Ruf verloren, was ihm jedoch keine Sorgen machte, und er kümmerte sich in bester Weise um das Kind. Von seinen Nachbarn erhielt er Milch und alles andere, was das Kleine benötigte.

Ein Jahr später konnte die junge Mutter es nicht länger aushaken. Sie erzählte ihren Eltern die Wahrheit daß der echte Vater ein junger Mann sei, der auf dem Fischmarkt arbeitete. Die Mutter und der Vater des Mädchens gingen wieder zu Hakuin und baten ihn um Verzeihung; sie entschuldigten sich des langen und breiten und wollten das Kind wieder mitnehmen. Hakuin war einverstanden. Während er das Kind übergab, war alles, was er sagte: “So?”

Das hat mich nachdenklich gemacht

Tags

In einer Zeitschrift bin ich den Top Fünf Dingen begegnet, die Sterbende bedauern:

The Top Five Regrets of the Dying (nach Bronnie Ware)

  1. Ich hätte gerne den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben – und mich nicht von den Erwartungen anderer leiten zu lassen.
  2. Ich hätte nicht so hart arbeiten dürfen.
  3. Ich hätte den Mut haben sollen, meine Gefühle auszudrücken.
  4. Ich hätte mit meinen Freunden in Kontakt bleiben sollen.
  5. Ich hätte mir mehr Glück und Zufriedenheit gönnen sollen.

Mit aller Anstrengung

Tags

Mit aller Anstrengung versucht sie wieder einen Lebenspartner zu finden. Aber es gelingt einfach nicht. Sie ist völlig verzweifelt. Und ob ihrer Suche verliert sie vieles Anderes in ihrem Leben, das eigentlich auch Zeit und Pflege bräuchte.

Auch hierzu kommt mir eine bekannte Zen-Geschichte in den Sinn:

Ein junger Mann sucht einen Zen-Meister auf. “Meister, wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangt habe?” “Vielleicht zehn Jahre”, entgegnet der Meister. “Und wenn ich mich besonders anstrenge, wie lange dauert es dann?”, fragt der Schüler. “In dem Fall kann es zwanzig Jahre dauern”, erwidert der Meister. “Ich nehme aber wirklich jede Härte auf mich. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen”, beteuert der junge Mann. “Dann”, erwidert der Meister, “kann es ein ganzes Leben lang dauern.”

Leere bringt Ärger!?

Tags

Dazu diese Zen-Geschichte: “Eines Tages ging der berühmte Schwertmeister und Zenanhänger Tesshu zu Dukuon und berichtete ihm triumphierend, er glaube, dass alles, was existiert, leer ist, es weder du noch ich gibt, usw. Der Meister hörte schweigend zu, bis er plötzlich seine lange Tabakpfeife ergriff und Tesshu auf den Kopf schlug.

Der erzürnte Schwertkämpfer hätte den Meister auf der Stelle getötet, doch Dukuon sagte ruhig: “Die Leere ist schnell dabei, Ärger zu zeigen, nicht wahr?”

Mit einem gezwungenen Lächeln verliess Tesshu den Raum.

Devil’s Music

Tags

Seine Aufnahmen liebe ich ganz besonders. Michael Jerome Browne lässt sich nicht nur auf den Blues festlegen. Sein musikalisches Feld ist viel grösser. Für ist er einer der komplettesten Gitarristen und seine Stimme finde ich sensationell. Ich bin froh, dass ich ihn in Montreal persönlich kennen lernen durfte. Hier spielt er den Ttiel “Summershoes on”:

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.